In der psychologischen Beratung arbeite ich mit einem gesprächs-therapeutischen Ansatz, der als Collaborative and Dialogical Practices (CDP) bekannt ist.

CDP ins Deutsche übersetzt wären „Kollaborative und Dialogische Praktiken“.

Dieser Ansatz stammt aus den USA und hat sich aus der systemischen Familientherapie entwickelt. Das wichtigste Grundprinzip ist die Unvoreingenommenheit des Therapeuten oder der Therapeutin.

Das heißt, im Kollaborativen oder Partnerschaftlichen Dialog geht es nicht darum, zu analysieren, zu interpretieren oder gar zu diagnostizieren. Wir Therapeut*innen nehmen eher eine Position des „Nichtwissens“ an und gehen davon aus, dass die Klienten die „Experten“ ihres Lebens sind.

In dieser Dynamik konzentrieren wir Therapeut*innen uns darauf, gezielt zu fragen und unterstützen unsere Klient*innen so professionell dabei, den für sie passenden Weg zu finden. Wenn wir eigene Gedankengänge zu einem Thema äußern, sind diese nicht als Ratschlag oder Erklärung gedacht, sondern als Angebot.

Auf diesem Wege entsteht ein natürliches Gespräch, bei dem Therapeut*in und Klient*in gleichgestellt sind. Es passiert dann automatisch, dass die Klient*innen das annehmen, was ihnen sinnvoll erscheint und in der Regel von ganz alleine eine neue Perspektive für die eigene Situation finden.

Die Co-Autorin der CDP, Harlene Anderson (1999), schrieb einmal, dass sich durch den kollaborativen Dialog die Probleme nicht lösen, sondern auflösen, da das Gespräch dazu führen kann, dass Gefühle und Sorgen, die mit einer Situation verbunden werden, sich verändern, je nachdem, WIE wir darüber sprechen.

Referenz

Anderson, H. (1999). Conversación, lenguaje y posibilidades. Buenos Aires: Amorrortu editores.