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Finde Zugehörigkeit wo auch immer du bist

„Du bist nur frei, wenn du erkennst, dass du nirgendwo hingehörst, du gehörst überall hin, überall und nirgendwo. Der Preis ist Hoch, die Belohnung ist groß.

Maya Angelou

Aus eigener Erfahrung...

Nachdem ich schon eine längere Zeit im Ausland gelebt habe, bekam ich immer öfter ein Gefühl der Entwurzlung, ich wusste nicht, was ich an dem Ort, an dem ich lebte, tat. So hatte ich häufig das Gefühl, dass dort kein Platz für mich war und ich dachte in mir: Vielleicht gehöre ich nicht hierher, ich finde kaum Verbindung, es gibt nicht viel, womit ich mich identifiziere und ich merkte immer öfter, wie ich mich in bestimmten Situationen zurücknehmen musste um nicht unangenehm aufzufallen. Das fühlte sich an wie eine Krise der Zugehörigkeit, weil ich mich an dem Ort an dem ich lebte nicht wieder fand. 

ZugehörigkeitAndererseits war es die gleiche Krise der Nicht-Zugehörigkeit, die mich vor Jahren zur Migration veranlasste; ich bin damals größten Teils deshalb ausgewandert, weil ich anderswo mehr Möglichkeiten sah. Ich dachte, dass ich in meiner Wahlheimat mehr tun könnte und hatte das Gefühl, vor mir hat sich ein klarer Weg gebahnt. Aber auch auf diesem Weg kamen nach und nach neue Herausforderungen auf mich zu und diese forderten auch mein Zugehörigkeitsgefühl heraus. Nach Krzyzanowski und Wodak (2008) ist das ein ganz normales Fenomen, denn man merkt mit der Zeit, dass man zweigeteilt ist. Zu diesem Thema habe ich schon einen Artikel geschrieben, den du hier lesen kannst.

 

Letzt endlich weiß ich nicht, ob es einfacher gewesen wäre, wenn ich in meinem Heimatland geblieben wäre oder ob ich mich dort jetzt zugehörig fühlen würde. Ich habe aber verstanden, dass Zugehörigkeit nicht durch die Erfüllung persönlicher Ziele erreicht wird; ich fühle mich nicht mehr als Teil meines Umfeldes, nur weil ich meine beruflichen und familiären Ziele erreiche.

Aber was macht uns dann zu einem Teil dessen an dem Ort an dem wir leben? Wie wichtig ist es, uns als Teil von etwas zu fühlen? Und wie bedeutsam ist Zugehörigkeit?

Gib dir selbst deine Zugehörigkeit

Pertenencia

Bréne Brown (2017) definiert Zugehörigkeit als „das angeborene Verlangen des Menschen, Teil von etwas Größerem, als er selbst zu sein“. Und sie weist darauf hin, dass dieses Verlangen uns oft dazu verleitet, uns zu verstellen und anzupassen. Doch das hat nichts mit echter Zugehörigkeit zu tun, es ist mehr wie eine Tarnung, die nur dabei hilft, in der Gruppe nicht aufzufallen, doch gibt keinen Raum, um einen eigenen Beitrag zu leisten. Zugehörigkeit kann nur dann entstehen, wenn die Individualität geschätzt wird. Sofern das nicht möglich ist, erzeugt sich eher ein Gefühl der Einsamkeit. Wahre Zugehörigkeit hingegen gibt uns das Gefühl, wertvoll zu sein und Liebe und Akzeptanz zu verdienen, ohne uns verstellen zu müssen.


Die Herausforderung nach Brown (2017) besteht darin, einen Weg zur authentischen Zugehörigkeit zu finden und dafür muss diese in erster Linie ein innerer Umstand des Selbstbewusstseins werden. Das bedeutes zu lernen, zu sich selbst zu gehören: Dafür müssen wir unsere Werte und Überzeugungen kennen. Dabei besteht das Risiko der Ablehnung, denn indem wir zu uns selbst stehen (oder gehören), haben wir nicht immer Gewissheit darüber, wie der andere reagieren wird und wir können nicht genau sagen, wer bei uns bleibt. So geht es auch darum zu akzeptieren, dass Zugehörigkeit finden ein schmerzhafter Prozess ist, weil er Unsicherheit mit sich bringt.

Aber es ist die einzige Art der Zugehörigkeit die Freiheit gibt (wie Maya Angelou sagt: „Du bist nur frei, wenn du merkst, dass du nirgendwo hingehörst …), denn nur so hören wir auf, von einem Ort abhängig zu sein oder von anderen Personen die uns erst mal akzeptieren müssen. So wird die Suche nach Zugehörigkeit zu einem Weg der uns aus der Komfortzone lockt, und anstatt zu verzweifeln, weil wir nicht den Ort finden an den wir gehören, akzeptieren wir, dass dieser Ort außerhalb von uns selbst nicht existiert. 

Finde Zugehörigkeit im Dialog mit anderen

Das Konzept von Brown hat mir damals geholfen, neue Formen der Zugehörigkeit zu suchen. Trotzdem habe ich mich weiter gefragt, was bei diesem Prozess mit den Beziehungen zu anderen passiert. Wenn wir uns „nur“ zu uns selbst zugehörig fühlen können, wie sollen wir uns dann anderen gegenüber verhalten?

Die amerikanische Therapeutin Sheila McNamee (2009) macht dazu den Vorschlag der Beziehungsethik, wonach wir aufhören müssen, im anderen das zu suchen, was wir finden wollen. Um eine wirkliche Verbindung zu schaffen, meint sie, müssen wir offen für das Neue und andere Sein: andere Werte, Geschichten, Wahrnehmungen usw. Offen sein bedeutet nicht anpassen und auch nicht alles tolerieren, es ist eher eine andere Form des Zuhörens.

Dabei soll man sich nicht nur auf seine Antworten/Argumente im Gespräch fokussieren und was diese erreichen sollen, sondern mehr hören und überlegen, was man aus seiner Sicht beitragen kann, was dem anderen nützlich sein könnte. Für mich hat dieser Prozess auch mit Zugehörigkeit zu tun, denn es ist eine Form von Zusammensein, bei der man den Unterschied schätzen lernt und Neues gestalten kann. Diese Art des Schaffens gibt Zugehörigkeit, aus dem miteinander sein. Wenn man es so sieht, kann man zu sich selbst gehören, indem man sich auf seine Weise einbringt, aber ohne die Weise des anderen einzuschränken.

Merke dir diese drei Aspekte

Zugehörig zur GruppeZugehörigkeit findest du an keinem festen Ort, der dich willkommen heißt; sondern es ist ein kontinuierlicher Prozess des Seins mit sich selbst und mit anderen, der durch das Weben von Beziehungen erzeugt wird, nicht um sich akzeptiert und willkommen zu fühlen, sondern um zusammen zu gestalten.

Du kannst Zugehörigkeit nicht verfechten, noch kannst du sie für immer aufrechterhalten; es wird immer Momente der Trennung, Einsamkeit und Nicht-Zugehörigkeit geben, die dich erschüttern und dazu bringen, den Moment zu hinterfragen.

Die Bedeutung des Zugehörigkeitsgefühls liegt darin, ständig auf unsere Beziehungen zu schauen: Wie bist du mit anderen? Und wie viel Raum lässt du für andere zu? aber auch wie viel Raum geben dir die anderen, mit denen du dich grade umgibst? Kannst du in deinem Umfeld mitwirken?

Quellen

Brown, B. (2017). Braving the Wilderness: The quest for true belonging and the courage to stand alone. EEUU: Random House.

KrzyZanowski, M., & Wodak, R. (2008). Multiple Identities, Migration and Belonging: Voices of Migrants. En Identity Trouble (págs. 95-119). London: Palgrave Macmillan.

McNamee, S. (2009). Postmodern Psychotherapeutic Ethics: Relational Responsibility in Practice. Human Systems: The Journal of Therapy, Consultation & Training, 57-71.

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